Familie Keilwerth

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Monat: Juni 2017 (Seite 1 von 3)

Princess – Thsepang

Heute hat mich eine Frau der Gemeinde in ein Squattercamp (Hüttensiedlung) mitgenommen, das sich ganz in der Nähe befindet. Sie ist in einem Team aktiv, das sich in der Suppenküche engagiert und in letzter Zeit, da es Winter ist, Decken für die Bewohner gesammelt hat. Man muss sich vorstellen, dass es nachts ca. 5 Grad kalt ist und die Hütten nur – je nach Bauweise – etwas den Wind abhalten.

In Thsepang befindet sich ein Sozialprojekt, in dem sich verschiedene Menschen beteiligen. Heute waren sogar Mitarbeiter einer Bank anwesend und haben Lebensmittel vorbei gebracht.   Es gibt eine Suppenküche, eine Gärtnerei, eine kleine Schule, ein Spielplatz und Aufgabenbetreuung und sogar einen Coiffeur. Leider konnte in letzter Zeit die Suppenküche aus finanziellen Gründen nicht regelmässig angeboten werden. Im nahen Camp gibt es zahlreiche Aids-Waisen, welche auf eine regelmässig Betreuung und warme sowie gesunde Mahlzeiten angewiesen sind.

Norbert’s butchery und Abendmahlsgottesdienst

Ganz in der Nähe führt Norbert, ein Deutscher, der vor Jahrzehnten nach Südafrika ausgewandert ist, eine Metzgerei, in der man gleichzeitig auch wunderbar essen kann. Mit seinen Angestellten feiert er wöchentlich am Dienstag um 8 Uhr in der Metzgerei eine Andacht. Sie wird jeweils von unterschiedlichen Mitarbeitern vorbereitet. Heute sind wir als Familie in der Runde mit dabei. Einem kraftvoller Input und Gebet folgt ein vielstimmiger afrikanischer Lobgesang. Wie am Sonntag zu früher Stunde erleben wir einen Gottesdienst mitten im Alltag.

Am Nachmittag leite ich einen Abendmahlsgottesdienst im Kruinpark Retirement Village (Alterssiedlung). Die meisten Anwesenden kenne ich von den Sonntagsgottesdiensten. Wir erleben eine schöne Gemeinschaft. Im Anschluss trinken wir gemeinsam Kaffee.

 

Emily

Heute ist Montag. Und am Montag kommt Emily zu uns, um das Flat zu reinigen. Sie wohnt ganz in der Nähe und taucht jeweils pünktlich um 8 Uhr auf.

Sie kommt immer vorbei, wenn die Wohnung bewohnt ist. Das ist in Südafrika üblich. Da arbeiten viele in Häusern und Gärten und sind froh, sich auf diese Weise etwas (dazu) verdienen zu können.

„Garage Mission“

Heute Sonntag ist früh Tagwache. Das Gemeindemitglied, Ludi Schulze, lädt uns ein, bei seinem Dienst „Garage Mission“ dabei zu sein. Er besucht regelmässig am frühen Sonntagmorgen Tankstellenmitarbeiter zum Schichtwechsel und feiert mit ihnen um 6.45 Uhr einen kurzen Gottesdienst direkt vor Ort. Es wird die Bibel gelesen, einen Kurzinput gehalten, gebetet und es werden auch (afrikanische) Lieder gesungen. Es ist eindrücklich, mit welcher Hingabe die Leute dabei sind. Ludi geht dorthin, wo die Menschen sind und dient ihnen. Eine schöne Erfahrung! Was wie ein Altar aussieht, ist in Wirklichkeit ein Stromkasten. Aber er ist doch wirklich wie gemacht dafür!

Um 8.30 Uhr geht es für mich weiter mit dem deutschsprachigen Gottesdienst in der Kirche. Ich predige zum Thema: „Dankbar sein für sich selber“. Es ist für mich der bis jetzt letzte geplante Gottesdienst hier in der Gemeinde. Die Leute bedanken sich zum Schluss mit einem spontanen Applaus.

Am Nachmittag geht es weiter mit dem Co-Worker Meeting, dem Vorbereitungstreffen für die Mitarbeiter der Winter Week. Es geht nur noch eine Woche und dann geht es los… Die Vorbereitungen sind intensiv. Und – ja, es gibt wiederum eine schriftliche Prüfung für alle Mitarbeiter.

Einkäufe

In diesen Tagen sind wir immer wieder unterwegs und machen Besorgungen für die Winter Week. Da gibt es vieles zu suchen an Requisiten, Stoffen, Farben etc. So lernen wir als Familie einige Einkaufszentren und Geschäfte in der Umgebung kennen, was für uns sehr interessant ist. U.a. gibt es in der Nähe ein riesiges Stoffgeschäft mit einer unglaublichen Auswahl. Da gibt es nichts, was es nicht gibt…

Während es in der Schweiz heisst ist, ist hier Winter, was sich auch in der Schaufensterdekoration zeigt (obwohl es natürlich viel zu warm ist für Schnee!).

Sicherheit

Die Sicherheit ist in Südafrika ist ein grosses Thema. Vor allen Geschäften stehen Security-Leute. Und die Autos auf den öffentlichen Parkplätzen werden bewacht. Alle Häuser sind von Mauern und (Elektro-)Zäunen umgeben. Man sieht nicht so viele Leute, welche in den Quartieren spazieren. Das Auto bringt einen in der Regel direkt vom einen zum anderen Ort. Man sollte sich zudem informieren, wo, wie und wann sich bewegen kann. Wenn man wie wir aus der Schweiz kommt, ist das schon eine Umstellung. Doch man gewöhnt sich schnell daran. Und trotz allem – überall begegnen wir offenen und vor allem herzlichen Menschen.

Vielfältiges Lernen

Aline und Lea lernen viel vor Ort. Es ist die englische Sprache, die sie tagtäglich hören und die wir ihnen mithilfe von Alltagsgegenständen nahe bringen. Es sind das Land, die Menschen, die Kultur wie auch die Geschichte. Trotzdem heisst es immer wieder auch, Schulaufgaben von zu Hause zu erledigen. Das machen sie mit mehr (und manchmal auch weniger…) Freude…

Wochensitzung

Am Donnerstag steht das wöchentliche Treffend des Management-Teams der Gemeinde/Schule auf dem Programm, an dem ich jeweils teilnehme. Es sind dabei: die Pastoren, die Schulverantwortlichen, der Operations Manager, die Sekretärin sowie die Finanzchefin. Gemeinsam werden operative Fragen und Herausforderungen besprochen. Es ist für mich interessant, Einblick in diesen Teil des Gemeinde- sowie Schulalltages zu erhalten.

Auf dem Bild fehlt Seniorpastor Jochen Volker, der z.Zt. noch in Deutschland unterwegs ist.

Johannesburg

Die letzten beiden Tage waren wir als Familie unterwegs. Wir haben Joburg erkundet. Es gibt da rote Doppeldeckerbusse, die regelmässig verkehren und in die man an zahlreichen Stationen nach Belieben ein- resp. aussteigen kann. Eindrücklich war das Apartheids-Museum, das an die Geschichte Südafrikas erinnert. Aline und Lea waren beeindruckt, wie unterschiedlich Menschen nach ihrer Hautfarbe beurteilt wurden. Das wurde auch deutlich bei einem Besuch in einem ehemaligen Gefängnis: Weisse wurden dort ganz anders behandelt als Schwarze. Das schlug sich auch beim „Zellenkomfort“ wie auch beim Essen nieder, das abgegeben wurde.

Johannesburg ist eine lebendige Stadt voller Gegensätze. Dem modernen geschäftigen Treiben steht gleichzeitig eine grosse Armut gegenüber. Es ist deshalb nicht ratsam, sich als Ortsfremde alleine in alle Quartiere zu begeben.

Weitere Stationen unseres Besuches waren z.B. das Origins Center der Uni Witwatersrand, das über die Geschichte der afrikanischen Kultur berichtet, wie auch der Zoologische Garten.

Freunde!

Aline und Lea finden Freunde. Sie tummeln sich gerne mit den Kindern auf dem Spielplatz. Es ist ihnen nie langweilig. Und dann ist da auch noch Astra, die Hündin von Jochen und Yvonne Volker, die immer wieder gerne gestreichelt wird…

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